Spachteln und Schleifen

Einen knappen Monat nachdem wir die letzte Rigips Platte an die Dachschräge geschraubt haben, können wir eine weitere lästige Arbeit hinter uns lassen; das Spachteln und Schleifen – also das Verputzen aller Stöße der einzelnen Platten, der Schraublöcher, inklusive der sehr aufwändigen Verkleidungen der Mittelpfetten um am Ende schöne glatte Wände zu haben, die nur noch mit einem feinen Malervlies versehen werden, bevor sie in unserer Wunschfarbe gestrichen werden können.

Wir haben uns mit 2 Spachtel- und Schleifvorgängen begnügt und sind so irgendwo zwischen der Qualitätsstufe Q2 und Q3 gelandet. Etliche Säcke Gipsspachtel, zwei Handschleifgeräte u.a. für die Feinarbeiten an den Fensterlaibungen und der Stöße rund um Zangen und Mittelpfette, sowie eine Schleifgiraffe, die zwar auch extrem anstrengend in der Handhabung war, aber natürlich eine viel größere Fläche in gleicher Zeit geschafft hat, waren unsere Hauptwerkzeuge in den letzten 4 Wochen.

Aber nun ist erstmal Schluss mit dem feinen Gipsstaub, den brennenden Augen, der wunden Nasenschleimhäute und der lahmen Arme – als nächstes geht’s an das neue Treppenloch, aber davon ein anderes Mal mehr.


Das Ende der „blauen“ Phase

Nach annähernd mehr als zwei Monaten haben wir die letzten Gipskartonplatten an den Dachschrägen montiert und können endlich mit den Spachtelarbeiten beginnen. Den Anblick der blauen Dampfbremsfolie können wir schon seit Wochen nicht mehr ertragen und wir sind glücklich, dass der Dachboden nun langsam Form annimmt. Nur noch die Giebelwände neu verputzen, ein bisschen Elektro-und Heizungsinstallation, Dielenboden verlegen und ne neue Treppe einbauen und schon können wir ins Dachgeschoss einziehen; schön wär´s, ginge es doch so schnell wie wir uns das vorstellen! Leider sind die Wochenenden zu fix vorbei und es kommen in unserem alten Haus immer wieder neue Probleme auf uns zu, die mal eben zwischendurch gelöst werden müssen. So z.B. unser Warmwasserspeicher der alten Heizungsanlage, der den Geist aufgegeben hat und der Sturm der letzten Woche, der unserem Scheunendach heftig zugesetzt hat und der Starkregen, der den Grundwasserspiegel so hat ansteigen lassen, dass wir auf einmal 30 cm hoch Wasser im Keller hatten – unschön!

Aber mit der großartigen Unterstützung von Familie und Freunden bekommen wir das alles unter Kontrolle und es wäre ja auch schon fast langweilig, würde alles glatt gehen.

 

Das Dach wird gedämmt

Das Dach ist nun zu und somit der Startschuss zum Innenausbau gefallen. Wir dämmen mit einer Zwischen-Sparren-Dämmung und dichten dann alles mit der Dampfbremse ab. Darauf kommt die Unterkonstruktion und zum Schluss die Rigips-Platten. Vielleicht klappt es ja doch noch mit dem Dachbezug vor Wintereinbruch, denn im Bus wird’s langsam ungemütlich.


Während das eine Dach also wieder schön eingepackt wird, geht’s beim Scheunendach mit der Entrümpelung los. Eine schwierige Angelegenheit, denn der Dachboden ist nicht mehr überall trittsicher und durch die ganzen Stroheinlagen, ein Relikt der früheren Nutzung, kann man nur schwer erkennen wo man hintreten kann. Nach einem halben Tag Arbeit ist klar; wir brauchen schon wieder einen Container – nehmen wir lieber gleich den Großen für 10 cbm.

Ein ganz besonderes Highlight hat Thomas uns beschert; wir sind nun stolze Besitzer eines Stressless-Zweisitzers. Damit katapultieren wir uns zweifellos an die Spitze der gemütlichsten Baustellen im ganzen Land. Vielen Dank!

Stressfrei auf der Baustelle

Räumung des Dachgeschosses

Mit 3 Helfern im Gepäck stehen die Sterne eigentlich günstig für dieses Wochenende, doch zunächst macht Petrus uns nochLand unter einen Strich durch die Rechnung. Nach der ersten gemeinsamen Busnacht auf dem eigenen Grundstück, werden wir morgens von einem Wahnsinns-Gewitter geweckt. Wir wagen einen Blick aus dem Fenster und stellen erschrocken fest, es hat sich ein regelrechter Bach unterm Bus gebildet und sämtliches Wasser von der Straße rennt über’s frisch planierte Nachbargrundstück zu uns und sammelt sich vor unserer Haustür.  Tja, das nennt man wohl die erste große Erkenntnis; wir wissen nun, dass wir das tiefste Grundstück der ganzen Straße haben und das der tiefste Punkt direkt vor der Haustür liegt. Schaden erkannt, Schaden gebannt; wir machen uns also an die Aufräumarbeiten.

Nach einem hervorragenden frischen Waffelfrühstück geht’s nun an unsere Hauptaufgabe; das Dach des Haupthauses zumindest von innen endlich fertig abreißen. Das komplett eingerichtete Dachgeschoss haben wir schon vorher geräumt und zum großen Teil auch die Decken und alte Dämmung entfernt, nun sollen noch die letzten Wände des oberen Schlafzimmers weichen.  Das Ergebnis kann sich sehen lassen und die Ideen wollen nicht aufhören zu sprudeln; ein Lichtband hier, eine Hochebene dort und natürlich die große Balkontür…

…und wir präsentieren den freigelegten Dachstuhl ohne Spitzboden, so wie wir es mögen. Die Balken sind dem Alter des Hauses entsprechend, also eher schlecht. Da wir uns aber dazu entschlossen haben, das Dach neu zu decken, werden wir auch diese Hürde packen.

Dachstuhl

Bei soviel Fleiß und gutem Vorankommen, kann man den Sonntag auch mal ruhiger angehen lassen. Nach dem morgendlichen Kaffeetassenspaziergang und einem erfrischenden Bad in der Ostsee schlendern wir gemütlich zurück zum Haus um uns beim zünftigen Grillfrühstück zu stärken.